Sie haben kunstvolle Namen wie Eve Champagne und Orphelia de Winter – und lassen allabendlich die Hüllen fallen: die Burlesque-Tänzerinnen aus Olivia Jones’ „Showclub“ auf der Großen Freiheit. Die Hamburger Künstlerin CorneliaBeggerow (63) hat ihren Striptease auf Gemälden festgehalten – und zeigt diese ab Donnerstag im St. Pauli-Museum. Knappe Höschen, laszive Blicke, hier und da ein Kusshändchen…
Es gilt als die stilvollste Form des Strips: Langsam streifen sich die Tänzerinnen die Handschuhe von den Fingern, lassen ihre Federboa zu Boden fallen – komplett nackt stehen sie aber nie auf der Bühne. Der Burlesque-Tanz der 20er bis 50er Jahre hat Hamburgs Kiez wiedererobert. Cornelia Beggerow hat die Tänzerinnen aus dem „Showclub“ einen Abend lang begleitet: „Sie haben überhaupt keine Allüren, verbreiten viel Fröhlichkeit. Und zeigen absolut gekonnte Bewegungen, die Otto Normalverbraucher gar nicht im Repertoire hat.“
Rund 40 ihrer Öl-Gemälde (3500 Euro pro Stück) gibt’s jetzt zu sehen. „Die Bilder zeigen, dass es mit Burlesque auch große erotische Entertainment-Kultur auf dem Kiez gibt und eben nicht nur schnellen Sex für 38 Euro à la „Geizclub“, sagt Julia Staron (44) aus dem Museums-Vorstand. „Da stehen selbstbewusste Frauen auf der Bühne, die ihre natürlichen, silikonlosen Körper lieben und auch gern zeigen.“
